Rubrik:  Fuchsschwanz des Tages

Frühlingsermatten

Gut, ich war im T-Shirt vor der Tür. Die Sache mit dem Frühling wäre dann also geklärt.  Im T-Shirt! Ohne Handschuhe, ohne Mütze. Und auch der Ausbruch des meteorologischen Mitteilungsdranges auf den sozialen Netzwerken lässt erkennen: Da geht was, jetzt muss es.

Jubel und Erleichterung für viele – nicht für mich. Mit der Wärme kommen die Probleme: Alle haben gute Laune und grinsen die Essensreste zwischen den Zähnen in der Gegend herum. Dazu werden einem entblößte Körper ins Auge gedrückt und Pärchen wälzen sich ineinander verschlungen über Parkwiesen. Glückwunsch dazu!

Es beginnt die Entschleunigung. Prokrastination hallo, Strebertum adé. Die vielen, dunklen Winterabende, an denen man nicht draußen sein wollte, an denen man sich am Schreibtisch wohler fühlte als im Park. Was in der Zeit alles geschafft wurde. Vorbei.

Zwischen den Bäumen wird jetzt die Freizeit gespannt, Slacklines quer durch die eben noch fast verlassenen Grünanlagen. So viele Menschen in dieser Stadt? Ja, doch.

In mir rumort es und bald, wenn es noch ein paar Grad wärmer ist, dann wird Arbeit zu später. Zumindest, sicher ist sicher, bin ich vorbereitet: Die Badehosen sind nach Farben sortiert, die Sonnenbrillen schnell greifbar in Zweierreihen  aufgestellt und Sonnencreme mit Carotin – “für eine schöne Bräune”, wie das Etikett verrät – besorgt.

Die Arbeit nehme ich dann mit in den Park, um sie in der Sonne zu erledigen. Das ist schließlich viel angenehmer. Später nehme ich die Arbeit wieder mit nach Hause und das einzige, was ich geschafft habe ist: mich selbst – in der Hitze liegen strengt an.


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