Rubrik:  Fuchsschwanz des Tages

Hitler, aber fair

Gestern, 21 Uhr, geschah es: gutes Fernsehen – und das in einer dieser Talkshows. Frank Plasberg lud in sein schwer beleuchtetes Wohnzimmer zum munteren Diskutieren ein, über ihn, Hitler, den Bösen.

Das Thema: “Hitler als Witzfigur – worüber darf Deutschland lachen?”. Im Rund saßen Leo Fischer, Chefredakteur des Satire-Magazins Titanic, Flachwasser-Comedian Oliver Pocher, Erika Steinbach (CDU), Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Rudolf Dreßler, ehemaliger deutscher Botschafter in Israel, und Literaturkritiker Hellmuth Karasek.

Die Diskussion drehte sich um den Erfolg des Buches “Er ist wieder da” von Timur Vermes, das seit Wochen an der Spitze der Bestsellerlisten steht. Der satirische Roman beschreibt Hitlers Erfahrungen im heutigen Deutschland, nachdem er, mehr als sechs Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, wieder erwacht.

Zentrale Fragen der Sendung waren: Wo hört die Lächerlichmachung eines Diktators auf und wo beginnt die Verhöhnung der Opfer? Warum verkauft sich Hitler so gut? Und tragen wir heute noch eine Verantwortung für die Ereignisse der Vergangenheit?

Die Gespräche lieferten nicht immer alle Antworten, die man sich gewünscht hatte, aber sie warfen Fragen auf, die jeden Deutschen betreffen und denen man sich stellen muss. Denn die Hitler-Zeit und der Holocaust sind zentrale Bausteine unserer heutigen, deutschen Identität, ob wir es wollen oder nicht.

Deshalb, ohne Witz, die Empfehlung: anschauen oder zumindest darüber nachdenken. Zur Anregung noch ein Zitat der Sendung, ursprünglich vom Philosophen George Santanaya: “Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.”

Wer die Sendung nicht gesehen hat, kann das hier nachholen.


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