Mein Held

Foto von Gigi Ibrahim - flickr - http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de

Man stelle sich folgende Biographie vor: In einem Land des arabischen Frühlings wird ein 36-jähriger Herzchirurg Zeuge der öffentlichen Demonstrationen, in deren Folge der zuvor regierende Machthaber gestürzt werden kann. Er ist ergriffen von den Vorgängen, von dem, was Menschen gemeinsam erreichen könnnen. Noch mehr berührt ihn jedoch, und zwar im negativen Sinne, die einseitige und wahrheitsverzerrende Berichterstattung der staatlichen Medien, in denen sich Lügen und Vorurteile die Klinke in die Hand geben, die sich überbieten im Denunzieren der Demonstranten und der Causa im generellen.

Er beginnt, aus seiner Abstellkammer heraus, sich der Mittel der Satire zu bedienen um auf die falsche Berichterstattung aufmerksam zu machen und

Ein Jahr offline – der Allheilsbringer

Screenshot aus "Finding Paul Miller", http://www.theverge.com/2013/5/1/4279674/im-still-here-back-online-after-a-year-without-the-internet

Aus, Schluss, Ende, Vorbei! Paul Miller zog den Stecker, stieg ins Taxi und lebte ein Jahr ohne Internet. Auf theverge.com hat er nun seinen Abschlussbericht veröffentlicht schließlich hat das Tech-Magazin das Experiment auch finanziert. Und nun? Ein Jahr offline! Ein Jahr ohne den Diktator unserer Zeit. Raus aus der Herrschaft von Google und Facebook. Dieses Internet, das soziale Inkompetenz fördert, unsere Aufmerksamkeitsfähigkeit zerstört, den Journalismus zu Grabe trägt und dann auch noch Pornografie als neue vierte Gewalt etabliert. Dieses Internet, das die Generation Y hervorgebracht hat – eine Generation von Weicheiern, eine Generation von Vielleichtsagern. Paul Miller stellt sich dem Endgegner. Ist er nun der Held aller Wohlfühltexter der Feuilletons, der Held unserer Generation? 

Gratispralinen aus dem Internet

Foto: gillyberlin - www.flickr.com - http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de

Wer kennt es nicht: Ein beliebiger Wochentag, man hat es endlich einmal früh ins Bett geschafft mit dem Ziel, sich den eigenen Schlafrhythmus Untertan zu machen. Von jetzt an jeden Abend um 10 Uhr das Licht aus und dann 8-9 Stunden erholsamen Schlaf, damit die Müdigkeit für immer vertrieben ist. Und dann passiert erstmal – gar nix.

Widerspenstiger Körper, tut nie das, was ich will. Darüber rege ich mich so sehr auf, dass ich erst recht nicht schlafen kann.

Lindsay Lohan, ich weiß, was du letzten Sommer getan hast.

Foto: AZRainman - www.flickr.com - http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de

Lindsay Lohan, ich weiß, was du letzten Sommer getan hast. Und das nicht wirklich freiwillig. Ich kam heute zu meinem Friseuertermin bei Chantal (Name zwecks allgemeiner Belustigung geändert) 5 Minuten zu spät, wurde folgerichtig mit einem bösen Blick und einer Zeitstrafe von einer halben Stunde auf die Bank geschickt und hatte in einem Anflug von Dämlichkeit keine Musik dabei. Keine Musik dabei heisst Zeitschriften stöbern. Und so erfuhr ich es dann. Denn du hast es gerade wieder getan.

Innerhalb des literarischen Angebots des Friseursalons war die inTouch im direkten Vergleich

Der Weltuntergang in lachsrosa

Gestern war Weltuntergang, zwei Wochen früher als gedacht. Kräftig verzettelt hat sich dieser Maya da. Verständlich – ohne Presseausweis und ohne investigatives Näschen. Doch es gibt ja die deutsche Journaille, die Hüter des Grals der Meinungsfreiheit, die Apokalptischen Reiter mit goldenem Stift, und die wusste: Das Weltenende kommt am 7. Dezember und trägt lachsrosa.

Innovation aus Deutschland mit drei Buchstaben

Blue

Foto: JD Hancock "Imperial Art Appreciation: Blue", www.piqs.de, http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de

Deutschland ist Weltmeister! Sebastian Vettel ist am schnellsten x-Mal im Kreis gefahren und hat das deutsche Spanientrauma wieder mal besiegt! Zucker & Plastik sagt herzlichen Glückwunsch und hofft darauf das aufblasbare Bobby Car in Gold bald persönlich überreichen zu können. Leider stehen wir derzeit in der Schlange der Gratulanten aber noch ganz hinten. Angela Merkel ist da geschickter und war mit ihren Glückwünschen fast so schnell wie die alte Dame mit Hut heute morgen beim Großen Preis um Kasse Zwei im Netto. Startsignal: “Sie können auch zu mir rüberkommen”. Der Einkaufswagen blockiert. Boxenstopp. Dame mit Hut zieht vorbei und bringt ihre Buttermilch sicher ins Ziel. Ich höre das Piepen des Scanners. Sie grinst. Gewonnen.

Und was war Merkels Taktik zum Sieg? Während alle anderen auf altmodische Kommunikationskanäle setzten und ihre Glückwünsche via Twitter, Facebook oder auf anderen digitalen Datenhighways schickten, setzte Angie auf die neueste Waffe aus ihrem Berliner Rennstall: dem Fax!

Auf einen Kaffee mit der Empörungsmaschine

Foto: Manu Mohan (www.manumohan.com)

„Miststück!“, brülle ich in mich hinein, als ich der Kaffeemaschine unter Einsatz meiner Nerven schwarzbraune Flüssigkeit abringe. Das Gerät ist verkalkt,  der Kaffee nur lauwarm; und ich: kochend. Der Start in den Tag, der Anfang der Empörung.