Mein Held

Foto von Gigi Ibrahim - flickr - http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de

Man stelle sich folgende Biographie vor: In einem Land des arabischen Frühlings wird ein 36-jähriger Herzchirurg Zeuge der öffentlichen Demonstrationen, in deren Folge der zuvor regierende Machthaber gestürzt werden kann. Er ist ergriffen von den Vorgängen, von dem, was Menschen gemeinsam erreichen könnnen. Noch mehr berührt ihn jedoch, und zwar im negativen Sinne, die einseitige und wahrheitsverzerrende Berichterstattung der staatlichen Medien, in denen sich Lügen und Vorurteile die Klinke in die Hand geben, die sich überbieten im Denunzieren der Demonstranten und der Causa im generellen.

Er beginnt, aus seiner Abstellkammer heraus, sich der Mittel der Satire zu bedienen um auf die falsche Berichterstattung aufmerksam zu machen und

Gebt uns mehr Ramsch

Foto: foistclub - www.flickr.com - http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de

Ich habe mich gerade damit angefreundet, das ZDF abgesehen von sporadischen Fußballübertragungen nicht nur mit langweiligem Ramsch zu assoziieren, da kündigt Intendant Istnichtwichtig an, die Sparte ZDF-Kultur einstellen zu wollen.

Sparmaßnahmen und so. Gibt ja sicherlich auch keine anderen Enden an denen man knausern könnte.

15 Minuten Ruhm

Foto: GlobalCitizen01 - www.flickr.com - http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/deed.de

Was haben Menschen, deren Body Mass Index ebenso in den extrem ungesunden Regionen angesiedelt ist, wie der ihres Haustieres; Frauen, die per Internet ihren Traummann gefunden haben und Jugendliche, die ihren ersten (Trink-)Urlaub gerne exzessiv verleben sowie inbegriffene Eskalationen gerne im nationalen Fernsehen dokumentiert sehen möchten gemeinsam?

Richtig, hier wird ihnen geholfen.

Der goldene Schnapper

Foto: Scott Fiddelke http://www.flickr.com/photos/scottfidd/, http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de

In Deutschland gehört es seit Jahrzehnten zum guten Ton einer medienpräsenten Branche, einmal im Jahr eine zumindest im heimischen Wohnzimmer vor dem Bildschirm glamourös anmutende Preisverleihung abzuhalten. Dabei ist egal ob die Zuschauer das “Spektakel” wirklich sehen wollen oder das rauschende Fest einzig und allein dem Zweck der Selbstbeweihräucherung und dem guten alten Schulterklopfer geschuldet ist: Gold braucht das Land.

(null)

Das Maß der Dinge

Foto: http://www.flickr.com/photos/kalleboo/ - http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de

In wenigen Tagen, genauer gesagt am 3. Februar, steht das größte jährliche Sportspektakel der Amerikaner an – der XLVII. Superbowl, das nationale Endspiel um die wichtigste Trophäe der NFL. Und auch wenn jeder, der sich je auch nur Ausschnitte eines Baseballspiels angetan hat, für jede amerikanische Sportart dankbar ist, die nicht als uneheliches Kind von Langeweile und Folter daherkommt, muss man diesem Spiel nichts abgewinnen.

Einschalten lohnt sich dennoch: Ob Christina Aguilera der Nationalhymne neue Wörter hinzudichtet, der kleine Justin der armen Janet die Klamotten zerreisst,

Boxkampf im Dschungelcamp

Wortspiele zu “Ich bin ein Star, holt mich hier raus” verbieten sich als Einleitung ebenso wie Zoten über Bobbeles “Bin ich schon drin, oder was?” Daher schauen wir einfach in den tiefen Abgrund, der vor uns liegt, und stellen ganz trocken fest: Das Dschungelcamp hat wieder geöffnet.

An dieser Stelle könnten wir uns jetzt über die alphabetische Wertung des Prominentenstatus der Teilnehmer lustig machen, könnten bei Chefkoch.de ein Rezept für die Zubereitung von Ziegenhoden einstellen oder bei ebay die Krokodilstränen von Paul Hogan ersteigern. Aber nein, es bedarf keiner Erklärung und keiner weiteren Zeilen: Die Sendung ist der letzte Mist. Wir alle wissen es. Punkt.

Lindsay Lohan, ich weiß, was du letzten Sommer getan hast.

Foto: AZRainman - www.flickr.com - http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de

Lindsay Lohan, ich weiß, was du letzten Sommer getan hast. Und das nicht wirklich freiwillig. Ich kam heute zu meinem Friseuertermin bei Chantal (Name zwecks allgemeiner Belustigung geändert) 5 Minuten zu spät, wurde folgerichtig mit einem bösen Blick und einer Zeitstrafe von einer halben Stunde auf die Bank geschickt und hatte in einem Anflug von Dämlichkeit keine Musik dabei. Keine Musik dabei heisst Zeitschriften stöbern. Und so erfuhr ich es dann. Denn du hast es gerade wieder getan.

Innerhalb des literarischen Angebots des Friseursalons war die inTouch im direkten Vergleich

Ritalin für alle!

Das Internet, unendliche Weiten – wir schreiben das Jahr 2013. Und ich möchte mich an dieser Stelle darüber aufregen, dass  sich niemand mehr richtig aufregt!

Letzte Woche noch herrschte Kulturkrieg, Deutsche hassten Deutsche, zumindest Spiegel Online zufolge. Und jetzt? Was, Flughafeneröffnung, schon wieder verschoben? Vergessen wir die Schwaben. Aber dieser Wowereit, der gehört abgesetzt!

Wir haben die Aufmerksamkeitsspanne von einem Kleinkind. Sich richtig aufregen – das kann heute kaum noch jemand. Eine halbe Woche lang streitet sich die Republik am landesweiten Stammtisch über Berlin und die Zugezogenen, energisch und verbissen. In allen Medien wird berichtet, erklärt und dramatisiert. Von einem Tag auf den anderen ist es still – wie so oft. Doch warum haben sich dann alle überhaupt so aufgeregt?

Wir führen ein Leben allegro, ständig unter Strom und mit durchgetretenem Gaspedal. Heute Berlin, morgen München; drei Projekte und dazwischen zur Vernissage. Der Kopf rattert, aktualisiert ständig den Terminkalender und die To-Do-Liste.

Nachrichten und Ereignisse rauschen an uns vorbei. Mit der Maus durch das Netz geklickt, Depardieu, van der Vaart, Euro-Krise. Aha. Die Welt ist schneller geworden, das ist nichts Neues. Doch mich nervt es umso mehr. Regt euch auf, gerne, dann aber richtig. Nicht nur einmal kurz auf den Tisch hauen, die Meinung kläffen und dann so tun als wäre nichts gewesen. Diese Gesellschaft, diese Medien.

Aber was tun? Kraft meines rumänischen Ärztetitels verschreibe ich: Ritalin für alle!

War was?

100 Schüsse, 27 Tote, ein Gefühl: Schock. Die Kleinstadt Newtown hat sich in die Seele einer Nation gebrannt. Die Öffentlichkeit, die Medien, der Präsident – alle sind erschüttert. Nicht nur die Zahl der Toten des Amoklaufs erschreckt, sondern vor allem die Art der Opfer: Kinder.

Wieder einmal erheben sich die Rufe nach einer Verschärfung des Waffenrechts. Wieder einmal sagt Präsident Barack Obama: ”Wir müssen handeln.” Und wieder einmal wird die Waffenlobby dagegen halten: “Waffen töten niemanden, sondern Menschen.” Wird sich also diesmal tatsächlich etwas ändern?

Good Night, and Good Luck.

“To all the reporters and production-crew, we wish you good luck. And to all of you, good night.” Mit diesen Worten kündigen Cindy Michaels und Tony Consiglio, Nachrichtensprecher des Senders ABC 7, am Dienstag Abend On-Air ihren Job.  Zuvor bedankt sich das langjährige Moderatoren-Duo bei den Zuschauern und der Community des Lokalsenders in Bangor* im Bundesstaat Maine. Doch was war passiert?